Salz aus Lüneburg
Das Salz stand im Mittelpunkt des mittelalterlichen Lüneburgs und war die Grundlage des Reichtums dieser Stadt. Der Salzstock unter der Stadt reichte bis fast an die Oberfläche und wurde ständig von Grundwasser umspült, so dass man in nicht einmal zehn Meter Tiefe eine stark gesättigte Sole finden konnte.
Zur Gewinnung wurde diese Sole erst auf "Herden", dann später in großen Salzpfannen gesiedet, so dass das Wasser verdunstete und nur das Salz übrig blieb. Die steigende Nachfrage aus dem Ostseeraum, wohin der größte Teil der Lüneburger Salzproduktion ging, führte zu einer immer größeren und professionelleren Salzgewinnung, so dass schließlich Tag und Nacht gearbeitet wurde.

Holzschnitt der Salzsiede in Lüneburg
Die aus vier Quellen stammende Sole wurde in große Bleipfannen gegossen, unter denen kräftige Feuer entfacht waren - bereits im 13. Jahrhundert waren es 54 Siedehütten mit jeweils 4 Pfannen von jeweils 1,10 Meter Kantenlänge und einer Tiefe von vier Zoll.
Das Lüneburger Salz zeichnete sich durch eine hohe Reinheit aus, da die Sole mit der den Salzstock abdeckenden Sandschicht nicht in Berührung kam.
Der Salzhandel wurde im großen Stil von den Sülfmeistern getätigt, die auch für die Produktion des Weißen Goldes verantwortlich waren und aufgrund ihrer wirtschaftlichen auch eine enorme politische Macht in der Stadt hatten.

Der alte Salzspeicher am Hafen in Lüneburg
Das geförderte Salz wurde in großen Magazinen in der Nähe des Hafens gelagert. Von dort ging es über Lübeck und Wismar in die Ostseeanrainerländer und über die Wechsel bis nach Krakau oder die Oder bis nach Breslau.
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