Alte Salzstrasse
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Transport des Salzes auf Land und Wasser

Die SalzstraßeFür den Transport des Salzes unterhielten die Lüneburger Sülfmeister eigene Fuhrwerke und Gespanne, die auf dem Rückweg in die Stadt oftmals Holz für die Salinen transportierten, denn der Brennstoff wurde durch den enormen Bedarf der Siederei im Umland bald knapp, so dass auch Rohstoffe aus dem Lauenburgischen und später dem Mecklenburgischen Raum genutzt werden mussten - die "Salzstraße" ist somit ebenfalls eine "Holzstraße". Das beeindruckenste Beispiel für die Ausmaße des Holzbedarfes der Salzgewinnung ist die Lüneburger Heide. Sie zeigt sich heute als eine Art von Steppenlandschaft, da die hier einmal heimischen Wälder als Brennholz genutzt wurden. Somit ist sie, ihrer Schönheit zum Trotz, eigentlich nichts anderes als ein Zeichen des Raubbaus an der Natur für wirtschaftliche Zwecke.

Das Salz wurde entweder lose oder in Salztonnen transportiert - einer Legende nach kam ein Händler aufgrund der häufig auf der Salzstraße stattfindenden Überfälle auf eine weitere Möglichkeit. Er löste das Salz in Wasser auf und füllte die Sole in Fässern ab. Als er tatsächlich von Räubern aufgehalten wurde und diese die Fracht öffneten, fanden sie kein Salz, sondern nur eine klare, geruchslose Flüssigkeit, die sie für reines Wasser hielten. Sie ließen der Händler ziehen und so gelang es ihm, seine Ware ans Ziel zu bringen.

Hafen in LüneburgEine weitere Möglichkeit war der Transport des Salzes auf dem Wasserweg. Dieser geschah durch sogenannte "Salzführer" - Schiffseigner, die den Sülfmeistern größere Salzmengen abnahmen und sie auf eigene Rechnung weiter verkauften und dadurch zu einigem Reichtum kamen.

Auch die Salztransporte nach Lübeck erfolgten zuerst über die Ilmenau und die Elbe bis nach Lauenburg - auch wenn Lüneburg als Beginn der "Alten Salzstraße" genannt wird, fängt diese genau genommen erst in Lauenburg an und geht dann weiter über Mölln. Da die Frachtwagen weitaus kleine Mengen als die Schiffe befördern konnten, war der Transport ab Lauenburg teurer, zudem war es sehr zeitaufwändig, das Salz auf die Fuhrwerke umzuladen. Um dem abzuhelfen, begannen die Lübecker mit dem Bau eines erweiterten Wasserweges, der 1335 bis Mölln reichte und 1395 durch den Ausbau der Delvenau südwärts bis zur Elbe verlängert wurde. Nun konnte das Lüneburger Salz durchgehend mit Schiffen bis nach Lübeck gebracht werden.

Schneller wurde der Transport dadurch allerdings nicht wirklich - es dauerte weiterhin etwa einen Monat, die über 100 Kilometer zu überwinden, was vor allem an den 17 Stauschleusen lag, die es dabei zu passieren galt. Der Vorteil lag darin, dass größere Mengen befördert werden konnten. Um 1500 lieferte Lüneburg pro Jahr etwa 19.000 Tonnen Salz nach Lübeck, von wo aus große Mengen zur Heringsmesser in der südschwedischen Stadt Schonen weiter verkauft wurden.